Kegeln einfach erklärt: Regeln und Begriffe für Freizeitkegler
Stand: 4. November 2026
Kegeln ist schnell erklärt: Neun Kegel stehen am Ende der Bahn, und ihr versucht, mit einer Kugel möglichst viele davon umzuwerfen. Gezählt werden die gefallenen Kegel. Alles Weitere, also die Begriffe, die Wertung und die Spiele, kommt von selbst, sobald man einmal an der Bahn stand. Diese Seite erklärt das, was Freizeitkegler wirklich brauchen.
Das Spiel in fünf Sätzen
Jeder wirft nacheinander. Jeder gefallene Kegel zählt einen Punkt, ein Wurf kann also zwischen null und neun bringen. Je nach Spielart werden die Kegel nach jedem Wurf neu aufgestellt oder bleiben liegen. Im Freizeitkegeln kommt dazu meist ein Spiel, zum Beispiel Tannenbaum oder Hausnummern, das aus den Würfen erst die Spannung macht. Wer gewinnt, entscheidet das Spiel und nicht die reine Kegelzahl.
Neun Kegel als Quadrat
Die neun Kegel stehen in Form eines auf der Spitze stehenden Quadrats. In der Mitte steht auf vielen Bahnen der König, der etwas größer ist als die übrigen. Auf automatischen Bahnen hängen die Kegel an Schnüren und werden von der Technik wieder aufgestellt. Früher machten das Kegeljungen von Hand.
Die Kugel hat keine Grifflöcher und wiegt rund 3 Kilogramm. Auf Freizeitbahnen gibt es meist mehrere Größen, damit jeder eine passende findet.
In die Vollen und Abräumen
Das sind die zwei Spielarten, die man kennen sollte.
- In die Vollen: Nach jedem Wurf werden alle neun Kegel neu aufgestellt. Jeder Wurf zielt also auf das volle Bild.
- Abräumen: Die gefallenen Kegel bleiben weg. Ihr werft weiter auf das, was stehen geblieben ist, bis alle gefallen sind. Dann werden sie neu aufgestellt.
Im Freizeitkegeln wird oft in die Vollen geworfen, weil dann jeder Wurf für sich zählt. Auch die Spiele in unserer App rechnen mit einem einzelnen Wurf und seiner Kegelzahl.
Punkte zählen
Die Punkte sind einfach die gefallenen Kegel. Wer in zehn Würfen 52 Kegel umwirft, hat 52 Holz. Holz ist das alte Wort für einen gefallenen Kegel, deshalb heißt die Summe im Sportkegeln auch Holzzahl.
Im Wettkampf wird nach festen Wurfzahlen gespielt, in die Vollen und im Abräumen. Für den Freizeitabend ist das nicht wichtig. Dort rechnet ihr nach den Regeln des jeweiligen Spiels. Welche es gibt, steht in der Übersicht aller Kegelspiele.
Pumpe, Pudel, Ratte: dasselbe, je nach Gegend
Ein Wurf ohne einen einzigen gefallenen Kegel hat viele Namen. Bei uns heißt er Pumpe. Anderswo sagt man Pudel, Ratte oder einfach Fehlwurf. Wer die meisten davon wirft, wird in vielen Truppen Pumpenkönig oder Pudelkönig und zahlt oft eine kleine Strafe in die Kasse.
Woher Pudel kommt, wird unterschiedlich erzählt. Eine verbreitete Erklärung leitet es vom niederdeutschen Wort für Plantschen ab: Früher lagen viele Bahnen im Freien, und wer danebenwarf, landete mit der Kugel in der nassen Rinne und stand sprichwörtlich pudelnass da. Belegen lässt sich das nicht sicher, erzählt wird es trotzdem gern.
Kranz und Alle Neune
Alle Neune heißt: Alle neun Kegel fallen mit einem Wurf. Das ist der Traumwurf, den jeder sofort lautstark bejubelt.
Ein Kranz ist, wenn nur der König in der Mitte stehen bleibt und alle Kegel rundherum gefallen sind. Das sieht besonders schön aus und bringt in manchen Spielen eine Sonderwertung. Wie der Kranz zählt, ist allerdings nicht überall gleich. Fragt in eurer Truppe nach, was bei euch gilt.
Die Anzeigetafel lesen
Auf den meisten Bahnen zeigt eine Tafel den Stand an. Die genaue Darstellung hängt vom Hersteller ab, zwei Dinge findet ihr aber fast immer: welche Kegel noch stehen, als kleines Bild der neun Positionen, und die Zahl der gefallenen Kegel im letzten Wurf. Meist lässt sich über ein Schaltpult einstellen, ob die Bahn in die Vollen oder im Abräumen läuft. Wenn etwas nicht stimmt, hilft der Wirt.
Die Tafel kennt aber nur Kegel. Eure Spiele kennt sie nicht. Wer bei Tannenbaum oder Hausnummern den Stand für alle sichtbar machen will, braucht einen Zettel oder einen Bildschirm, zum Beispiel über den Spielstand auf dem Fernseher.
Erste Tipps für Anfänger
Niemand wirft beim ersten Mal gut, und das erwartet auch niemand. Vier Dinge helfen sofort.
- Die Kugel rollen, nicht werfen. Sie wird nah am Boden losgelassen, damit sie nicht auf die Bahn knallt.
- Lieber ruhig und gerade als schnell. Die Kugel fällt von selbst, und Kraft hilft weniger, als man denkt.
- Auf einen Punkt auf der Bahn schauen, nicht auf die Kegel in der Ferne.
- Eine passende Kugel nehmen. Sie sollte sich gut greifen lassen und nicht zu schwer sein.
Saubere Sportschuhe gehören dazu, denn viele Bahnen lassen Straßenschuhe nicht zu.
Lexikon von A bis Z
- Abräumen: gefallene Kegel bleiben weg, geworfen wird auf den Rest.
- Alle Neune: alle neun Kegel mit einem Wurf.
- Bahnarten: In Deutschland gibt es vor allem Classic oder Asphalt, Bohle und Schere. Sie unterscheiden sich in Form und Breite, und welche ihr antrefft, hängt oft von der Region ab.
- Fehlwurf: ein Wurf ohne gefallenen Kegel, auch Pumpe oder Pudel.
- Gut Holz: der traditionelle Gruß unter Keglern.
- Holz: ein gefallener Kegel. Die Holzzahl ist die Summe aller gefallenen Kegel.
- In die Vollen: nach jedem Wurf stehen wieder alle neun Kegel.
- König: der mittlere Kegel, auf vielen Bahnen etwas größer.
- Kranz: nur der König bleibt stehen.
- Kugel: beim Kegeln ohne Grifflöcher, anders als beim Bowling.
- Pudel: anderes Wort für Pumpe.
- Pumpe: bei uns das Wort für einen Wurf ohne Kegel.
- Ratte: regional für Pumpe.
- Rinne: die seitliche Vertiefung der Bahn, in der eine verfehlte Kugel landet.
Vereinssport und Freizeit
Kegeln ist auch ein ernsthafter Sport mit Verbänden, Ligen und festen Regeln, die sich je nach Bahnart unterscheiden. Diese Seite beschreibt nur das Freizeitkegeln, wie es in Truppen und Clubs üblich ist. Wer im Verein spielen möchte, findet die verbindlichen Regeln beim jeweiligen Verband.
Häufige Fragen zu den Kegelregeln
Wie viele Kegel hat man beim Kegeln?
Neun. Bowling hat zehn, das ist einer der wichtigsten Unterschiede.
Was bedeutet Gut Holz?
Das ist der traditionelle Gruß der Kegler. Man wünscht sich damit, dass möglichst viele Kegel fallen.
Was ist der Unterschied zwischen Pudel und Pumpe?
Keiner, das ist dasselbe je nach Gegend. Gemeint ist ein Wurf, bei dem kein einziger Kegel fällt.
Welche Spiele eignen sich für den Anfang?
Spiele, bei denen man nichts entscheiden muss. Die Auswahl steht bei den Kegelspielen für Anfänger.
Gelten die Regeln der App auch im Verein?
Nein. Die App spielt Freizeitspiele. Im Verein gelten die Regeln des Verbands.
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